Prävention von Therapieabbrüchen in Apotheken und Praxen

30 – 50% der Patienten mit chronischen Erkrankungen brechen ihre Therapie im ersten Jahr nach der Diagnosestellung ab. Die Folgen sind: mehr Komplikationen, vermeidbare Krankenhausaufenthalte, zusätzlicher Aufwand für Arztpraxen, nicht eingelöste Rezepte in Apotheken – und über 20 Milliarden Euro Folgekosten pro Jahr.

Unsere Interviews mit 154 Patient:innen zeigen:

Nicht fehlende Information ist der Hauptgrund für Therapieabbrüche.
Entscheidend ist eine sich im Verlauf der Behandlung verändernde Nutzen-/Risikoabwägung.

Und sie zeigen auch:
Mehr Information allein führt nicht zu mehr Adhärenz.

Auf dieser Grundlage haben wir konkrete Ansätze entwickelt –
von verblüffend einfachen Interventionen bis hin zur gezielten Nutzung verhaltensökonomischer Prinzipien im Dialog mit Patient:innen.

Therapietreue braucht mehr Adhärenzimpulse

Nonadhärenz entsteht durch Impulse, die Zweifel am Nutzen der Therapie wecken.

Was passiert eigentlich bei einem nonadhärenten Patienten zwischen der Verordnung des Medikamentes und dem Abbruch der Therapie. Peter Jungblut hat diese Frage im Rahmen von Interviews mit 154 Patienten untersucht.

Patienten treffen täglich – meist unbewusst – die Entscheidung, ob sie ihr Arzneimittel einnehmen oder nicht.

Wie diese Entscheidung ausfällt, hängt maßgeblich von der persönlichen Nutzen-Risiko-Abwägung ab.

Unmittelbar nach der Diagnosestellung erscheint das Risiko der Erkrankung hoch, das Risiko des Medikaments gering – der Nutzen überwiegt.

Mit zunehmender Therapiedauer verschiebt sich diese Bewertung bei vielen Patienten: Der subjektiv empfundene Nutzen des Arzneimittels nimmt ab. Zweifel, Unsicherheiten und Bedenken gewinnen an Gewicht.
Gleichzeitig verliert das Risiko der Erkrankung an emotionaler Präsenz.

Die meisten Patienten sprechen darüber nicht. Im Gespräch mit Arzt oder Apotheker nicken sie zustimmend –
doch ihr innerer Entscheidungsprozess bewegt sich längst in eine andere Richtung.

In unserem täglichen Umgang mit Patienten erleben wir, dass sich diese Veränderung der Nutzen-Risiko-Bewertung im Gespräch nur begrenzt beeinflussen lässt.

Deshalb haben wir einfache, praxisnahe Instrumente entwickelt, die die Wirkung von Arzt oder Apotheker im Entscheidungsprozess der Patienten gezielt verstärken.

Die wissenschaftlichen Grundlagen dieser Ansätze sowie unsere praktischen Erfahrungen damit haben wir in unserem Buch „Adhärenz stärken“ veröffentlicht.

Vier Instrumente. Ein Ziel.
Therapieabbrüche verhindern.

Therapieabbrüche entwickeln sich selten abrupt. Meist gehen ihnen Zweifel, Unsicherheiten und innere Abwägungen voraus, über die Patienten nicht sprechen.
Unsere Instrumente setzen genau hier an: Sie unterstützen die Früherkennung nonadhärenter Patienten und schließen eine bislang vernachlässigte Lücke in der Patientenaufklärung.

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Think Shots

Damit erhält jeder Patienten bei jedem Besuch der Apotheke oder der Arztpraxis einen zusätzlichen Adhärenzimpuls. 

Think Shots sind aufmerksamkeitsstarke Bildmotive im Sichtfeld des Patienten. Sie erklären nichts, sondern sind visuelle Impulse, die 3 Funktionen erfüllen: 

  1. Sie bringen Patienten dazu, ihr Schweigen zu brechen und Bedenken anzusprechen. 
  2. Sie unterstützen das Gespräch mit dem Patienten visuell. 
  3. Sie gehen unter die Haut: „Das Bild geht mir nicht mehr aus dem Kopf“.

Think Shots stellen wir in verschiedenen Varianten und Größen zur Verfügung. 

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Adhärenzfragebogen

Früherkennung von Nonadhärenz in der Arztpraxis

Der Adhärenfragebogen wird den Patienten bei der Anmeldung zur Sprechstunde ausgehändigt, im Wartezimmer ausgefüllt und beim Eintritt ins Sprechzimmer an den Arzt übergeben. Damit liegt er genau in dem Moment vor, in dem das ärztliche Gespräch beginnt.

Die Abbildung zeigt die Kernfragen des Fragebogens. Sie sind so konzipiert, dass sie dem Arzt auf einen Blick zeigen, ob das Thema Adhärenz angesprochen werden sollte – und wenn ja, mit welchem Schwerpunkt. Dabei geht es weniger um Faktenwissen als um Erwartungen, Befürchtungen und innere Abwägungen, die das Entscheidungsverhalten der Patienten prägen.

Den Adhärenzfragebogen bieten wir für unterschiedliche Indikationen, Fachgebiete und Anwendungssituationen an. Ergänzt wird er durch begleitendes Schulungsmaterial für Ärzte und MFAs.
Wenn Sie Interesse haben, sprechen Sie uns gerne an.

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Klar denken. Besser entscheiden

Die fehlende Komponente in der Patientenaufklärung

Der Schwerpunkt der Patientenaufklärung liegt traditionell auf der Vermittlung von Wissen über Erkrankung und Therapie. Dennoch treffen viele Patienten Entscheidungen, die der Therapie zuwiderlaufen.

Die Broschüre „Klar denken, besser entscheiden“ hat einen anderen Ansatz. Sie vermittelt kein zusätzliches medizinisches Wissen, sondern erklärt, wie Entscheidungen entstehen und welche Fallen dabei lauern. 

Im Mittelpunkt stehen typische Denk- und Entscheidungsmuster, die dazu führen, dass Patienten Risiken falsch einschätzen, Nutzen relativieren oder Therapieempfehlungen infrage stellen.

Ziel der Broschüre ist es, Patienten für diese Denkfallen zu sensibilisieren und ihnen ein besseres Verständnis für ihre eigenen Entscheidungsprozesse zu vermitteln. So entsteht eine neue Grundlage für Gespräche über Therapieentscheidungen – und eine wichtige Ergänzung zur klassischen Patientenaufklärung.

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Denkanstöße für die Websites von Apotheken mit Social Media Posts

Jedes Quartal ein neuer Wissensbaustein für bessere Patientenentscheidungen

Bücher darüber, wie wir Menschen denken und entscheiden, gehören weltweit zu den erfolgreichsten Sachbüchern – von Daniel Kahnemans „Schnelles Denken, langsames Denken“ über Nassim Talebs „Der Schwarze Schwan“ bis zu Rolf Dobellis „Die Kunst des klaren Denkens“. Der Grund ist einfach: Wir alle wollen verstehen, warum wir uns manchmal gegen unsere eigenen Interessen entscheiden – und wie wir es besser machen können.

Wir übersetzen dieses Wissen in eine klare, patientenverständliche Sprache und stellen Ihnen regelmäßige Beiträge für Ihre Website sowie passende Social-Media-Posts zur Verfügung.

So geben Sie Ihren Patienten nicht nur wertvolles Orientierungswissen an die Hand – Sie schaffen auch einen starken Anreiz, Ihre Website immer wieder zu besuchen.

Adhärenzwissen als E-Learning Modul

Die zentralen Erkenntnisse aus unserem Buch „ADHÄRENZ STÄRKEN“ stellen wir auch als E-Learning-Module zur Verfügung. Dafür haben wir jeweils ein eigenes Modul für Apotheken und für Arztpraxen entwickelt, zugeschnitten auf die unterschiedlichen Anforderungen im Alltag.

Dieses neue E-Learning-Modul zeigt praxisnah, wie Apotheken nonadhärente Patientinnen und Patienten früh erkennen und gezielt unterstützen können.

Peter Jungblut und Christian Fiedler (Leiter der Schlossgarten Apotheke Angelbachtal) stehen gemeinsam dafür, dass in diesem Modul wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Beratungserfahrung überzeugend zusammenkommen.

ADHÄRENZ STÄRKEN ist Lernangebot, das die Beratungskompetenz der Apotheke vor Ort stärkt – kompakt, verständlich und sofort anwendbar.


Reinschnuppern? Das erste Kapitel ist frei zugänglich.

Unter dem Titel „Nicht die Nonadhärenz ist das Problem, sondern das Schweigen der Patienten“ können Interessierte direkt in das Modul einsteigen und einen Eindruck von Inhalt, Stil und Nutzen gewinnen.

Einfach auf den Button klicken – und erleben, wie spannend und praxisrelevant Adhärenz sein kann.

Ergänzende Angebote

1. Vorträge vor Ort zum Thema Adhärenz – wie sie entsteht und wie man sie verbessern kann

Ob für Ihr Praxis- oder Apothekenteam, in Qualitätszirkeln, auf Fortbildungen oder Kongressen – unsere Vorträge beleuchten das Thema aus einer neuen Perspektive und zeigen effektive, praxiserprobte Ansätze zur Verbesserung. Anhand echter Patientenerfahrungen zeigen wir, wie Zweifel entstehen, welche Denkfehler Patientenentscheidungen verzerren und wie man Patient:innen in kritischen Momenten wieder Orientierung geben kann. Die Vorträge sind kompakt, praxisnah und liefern konkrete Impulse, die sich sofort im Alltag umsetzen lassen.

2. Kommunikationstrainings für Praxen und Apothekenteams für mehr Adhärenz

In unseren Trainings vertiefen wir das Wissen zu den häufigsten Nonadhärenztriggern und vermitteln sofort anwendbare Kommunikationsstrategien. Ihr Team lernt, die vier Nonadhärenztypen schnell zu erkennen, typische Gesprächsfallen zu vermeiden und Patient:innen in kritischen Momenten gezielt zu stabilisieren. Das Training ist interaktiv, alltagsnah und stärkt die Handlungssicherheit im Umgang mit Patienten.

3. Patientenfortbildungen

Für Patient:innen haben wir ein spezielles Fortbildungskonzept entwickelt. Dabei geht es nicht um die klassische Botschaft, wie wichtig die konsequente Einnahme eines Arzneimittels für den Behandlungserfolg ist.
Im Mittelpunkt stehen vielmehr die Impulse des Alltags, die der Adhärenz im Wege stehen – und die Denkmuster, auf die diese Impulse treffen. Genau diese Kombination führt zu nonadhärenten Entscheidungen.

Unsere Fortbildung macht diese Mechanismen sichtbar, regt zum Nachdenken über den eigenen Umgang mit Arzneimitteln an und stärkt dadurch nachhaltig die Adhärenz.

Anstatt eines Vortrags werden Patienten durch eine Posterausstellung mit unseren Denkanstößen geführt. Das Gesamtkonzept umfasst 12 Poster, vier davon zeigt die Abbildung.

Wir bieten Ihnen drei Möglichkeiten der Umsetzung:

  • Fortbildungen mit einem unserer Experten

  • Bereitstellung der vollständigen Poster-Serie für Ihre eigene Patientenfortbildung

  • Bereitstellung der Poster mit Audiosystem zur selbstständigen Erkundung durch Patienten


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